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Gedanken zur Jahreslosung 2012
Jesus Christus spricht: Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. 2.Kor.12,9 Der Apostel Paulus schreibt diesen Satz vor fast 2000 Jahren. Er schreibt ihn an eine Gemeinde in Korinth. Es geht dabei um ihn selbst und sein Amt. Es ist also ein Satz für Amtsträger. Ein Satz für Menschen, die heute ein Amt bekleiden.
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Predigt zum Heiligen Abend von Pfarrerin Katharina Falkenhagen
Jedes Jahr ist es dasselbe. Die Erwartungen an die Menschen, mit denen wir das Fest verleben werden, sind hoch. Alles soll möglichst perfekt sein, friedlich und voller Harmonie. Die Kinder sollen glücklich den Weihnachtsbaum bestaunen und der Familienfrieden soll den romantischen Filmgeschichten gleich sein.
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Gedanken zur Jahreslosung 2012

Jesus Christus spricht: Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. 2.Kor.12,9

Der Apostel Paulus schreibt diesen Satz vor fast 2000 Jahren. Er schreibt ihn an eine Gemeinde in Korinth. Es geht dabei um ihn selbst und sein Amt.
Es ist also ein Satz für Amtsträger.
Ein Satz für Menschen, die heute ein Amt bekleiden.


Was erwarten wir von solchen Menschen? Vor Kurzem wurde heftig über einen der wichtigsten Amtsträger in unserem Land gestritten. Passt es zum Amt des Bundespräsidenten, dass dieser günstige Privatkredite bekommt? Darf er private Freundschaften pflegen, die ihm wirtschaftliche Vorteile bringen?


Immer wieder wurde in diesem Zusammenhang darauf verwiesen, dass das Amt des Bundespräsidenten wesentlich von dessen moralischer Integrität lebt. Wer persönlich nicht glaubwürdig ist, schadet dem Amt.

Der Apostel Paulus hat auch Schwierigkeiten mit seinem Amt. Er verteidigt seine Amtsführung gegenüber den Korinthern. Paulus entwickelt dabei ein sehr eigenwilliges Selbstverständnis: Er rühmt sich nicht seiner Taten oder moralischer Qualitäten. Nein, er rühmt sich seiner Schwachheit.
Paulus hätte als Bundespräsident bei uns keine Chance mit seinem Selbstverständnis.
Er setzt etwas voraus, was uns heute merkwürdig erscheinen mag:
Ein schwacher Amtsträger ist eigentlich ein guter, weil er über sich selbst hinausweist.
Paulus erzählt den Korinthern in seinem Brief von Offenbarungen und vom Engel Satans, der ihn mit Fäusten schlägt. Paulus fleht dreimal zum Herrn, dass der satanische Engel doch von ihm weichen möge. Der Herr antwortet ihm: „Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig!“
Für Paulus ist Schwachheit deshalb etwas, dessen er sich rühmen will: denn gerade in der Schwachheit entsteht der Raum für die Kraft Christi.

Ein neues Jahr mit vielen Herausforderungen liegt vor uns. Die Jahreslosung erinnert uns daran, dass wir Gottes Kraft erwarten dürfen. Gott macht uns stark, wo wir schwach sind. Und er wird für uns spürbar, wo wir an unsere Grenzen kommen. Das ist keine „nette“ Aussicht. Das ist eine Herausforderung gerade für uns Amtsträger und unser Selbstverständnis. Gelingt es uns, aus unserer Schwachheit einen Hinweis auf Gottes Stärke zu machen?
Es ist wohl stets ein Akt der Demut und des gläubigen Gehorsams, wenn das gelingt.

Ich wünsche uns allen, dass wir an unserer Schwachheit nicht zerbrechen, sondern dass wir darin im Glauben und in der Erkenntnis wachsen und reifen!

Pfarrerin Susanne Seehaus

Predigt zum Heiligen Abend von Pfarrerin Katharina Falkenhagen

Jedes Jahr ist es dasselbe. Die Erwartungen an die Menschen, mit denen wir das Fest verleben werden, sind hoch. Alles soll möglichst perfekt sein, friedlich und voller Harmonie. Die Kinder sollen glücklich den Weihnachtsbaum bestaunen und der Familienfrieden soll den romantischen Filmgeschichten gleich sein.

Wie fühlen sich Frauen, Männer und Kinder, in die solche hohen Erwartungen gesetzt werden? Erwartungen können durchaus motivierend wirken, einmal alle Streitigkeiten, die Alltagsgewohnheiten beiseite zu lassen, sich eben einfach Mühe zu geben. Zu hohe Erwartungen allerdings bewirken genau das Gegenteil. Sie führen zu Stress. Sie machen schlechte Laune und wir möchten uns ihnen am liebsten entziehen. Nicht umsonst sind zu Weihnachten die Krankenhäuser gut besucht, denn Krankheit bietet eine gute Möglichkeit, dem Druck des Festes zu entkommen.

Jeder von uns weiß es doch aus eigener Erfahrung: Unsere menschlichen Kräfte sind begrenzt. Wir können so oft den Erwartungen anderer einfach nicht gerecht werden. Wir stoßen als Menschen sehr schnell an unsere Grenzen. Obwohl wir das wissen, sind wir oft mit unseren Mitmenschen so unbarmherzig. Was ich nicht vollbringe, mein Mann, meine Frau, mein Kind, der Oberbürgermeister oder wer weiß wer, muss das aber auf jeden Fall schaffen. Ein wenig mehr Barmherzigkeit untereinander wäre gerade zu solchen erwartungsgeladenen Gelegenheiten überaus hilfreich.
Hoffnungen, die wir auf andere oder in uns selbst setzen, werden oft enttäuscht. Erwartungen und Fähigkeiten driften oft so weit auseinander. Und dann ist das Drama, sind die Vorwürfe, die Frustrationen schon zur Stelle.

Diese Erfahrung ist allerdings nicht neu. Das war schon immer so. Und deshalb haben sich Menschen die Frage gestellt, wer denn nun ein zuverlässigerer Hoffnungsträger wäre. Die Propheten des Alten Testamentes haben versucht, ihm auf die Spur zu kommen und ihn in ihren Visionen beschrieben: Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst. Sie haben gesagt: Setzt eure Hoffnungen nicht auf Menschen. Menschen sind fehlbar und unvollkommen. Setzt eure Hoffnungen vielmehr auf Gott. Er ist der einzige, bei dem eure Hoffnungen, Erwartungen und wir Menschen selbst gut aufgehoben sind.

Doch so ein Gott – Held ist eben auch ziemlich weit weg von uns Menschen, unnahbar, kaum fassbar. Und so hat Gott sich einen Trick ausgedacht, auf den wir eitlen Menschen wahrscheinlich gar nicht selbst kommen würden. Der Große macht sich einfach ganz klein für uns Menschenkinder. Würdenträger und Mächtige dieser Welt würden so etwas nicht freiwillig tun. Sie würden auf ihrer Würde bestehen, daran festhalten selbst wenn das Menschenleben kosten würde.

Gott zeigt seine wahre göttliche Würde und Größe darin, dass er Würde und Größe einfach nicht für sich in Anspruch nimmt. Er tritt aus dem Kreislauf des Machtgerangels heraus und offenbart sich uns Menschen in dem Kind in der Krippe. Er wendet sich den Menschen mit menschlichem Angesicht als Jesus von Nazareth zu. Damit schafft Gott  Entlastung auf allen Seiten. An der Krippe darf jeder Leistungsdruck ruhen. Es darf Frieden sein. Wenn Sie nachher gemeinsam nach Hause gehen, dann denken sie bitte darüber nach, welche Erwartungen Sie an ihre Lieben und an sich selbst haben. Sie würden ihren Mitmenschen und sich selbst wahrscheinlich ein schönes Geschenk machen, wenn sie diese Erwartungen auf der Straße liegen lassen und nicht mit nach Hause nehmen.


Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes und frohes, ein leichtes und sorgloses Weihnachtsfest.