Evangelische Kirchengemeinde
Frankfurt (Oder)

Kontakt

Für den Gemeindebezirk St. Georg ist Pfarrerin Gabriele Neumann zuständig.

 
Die Kirche St.- Georg

Die St. - Georg - Kirche befindet sich an der Schnittstelle des Zentrums an den Stadtbezirk Frankfurt (Oder) - Nord, an der Lennestraße Ecke Bergstraße.

 

Bild: St. Georg Kirche Frankfurt (Oder)Geschichte

"Ende des 19. Jahrhunderts war die alte St.-Georg-Kirche baufällig und für die Gemeinde zu klein. .....
Bis 1922 konnte die Gemeinde die alte Kirche noch nutzen, dann musste sie aufgegeben werden. Bis 1925 zogen sich die Verhandlungen mit der Stadt über einen Neubau hin.

Ende 1925 verpflichtete sich die Stadt, die mittlerweile den Bauplatz an der Bergstraße für den Kirchenneubau ausgewiesen hatte, größtenteils die Baukosten zu übernehmen. .... Am 05.09.1926 erfolgte die Grundsteinlegung des Neubaus nach einem Entwurf von Curt Steinberg. Die Ausführung des in Material- und Firmenwahl sehr ambitionierten Baus übernahm das Frankfurter Unternehmen Friedrich Paulke, als Verblendsteine wurden Klinker der Ilse-Bergbau A.G. gewählt, die Eisenarmierarbeiten führte Karl Kühn und die Thyssen A.G., Berlin, aus. Mosaiken und Glasfenster übernahmen Fühl & Wagner, Heinersdorf, die Kunstmalerarbeiten R. Sandfort, Berlin, der zuvor an der ehem. Hindenburgschule tätig gewesen war (s. August-Bebel-Straße 21). Die Kirchweihe erfolgte am 01.04.1928".
(Auszug aus dem Kunstdenkmale der Stadt Frankfurt (Oder))

Ornament gegen Industrialisierung

Die gesellschaftlichen Umwälzungen nach dem 1. Weltkrieg und der Aufbruch Deutschlands in den 20er Jahren machten auch dem gründerzeitlichen Stilgewirr in der Architektur ein Ende. Das Bauhaus wies neue Wege hin zu einer Industrialisierung des Bauens, damit zu einer radikalen Vereinfachung der Formen verbunden mit einem Kampf gegen jegliches Ornament.

 

Daneben gab es aber eine Reihe anderer Tendenzen in der Architektur. Die auf alten Bautraditionen fußenden Bauten, beispielsweise eines Schultze-Naumburg oder Kießling in Frankfurt (Oder) zeigen eine dieser Tendenzen. Diese Formensprache fand großen Anklang in der Bevölkerung.


Bild: Kuppel der St. Georg Kirche Frankfurt (Oder)

 

Eine weitere Tendenz gerät heute oft aus dem Blickfeld. Dazu gehört unsere St.-Georg-Kirche und im weitesten Sinne auch das ehemalige Musikheim von Bartning, die Kästner-Grundschule in der August-Bebel-Straße. Hier bleibt der Architekt bei traditionellen Materialien, fügt diese aber in neuer Form und Ornamentik zusammen. Die Pfeiler in der St.-Georg-Kirche sind aus Stahl und mit Klinkern ummantelt, sie sind profiliert aber keine Kopie eines gotischen Pfeilers. Die bleigeglasten Fenster bilden ein feines Farbenspiel, gleichsam fast schon ein abstraktes Bildwerk. Man denke im Gegensatz dazu an die Fenster neogotischer Kirchen mit ihren schreienden Farben oder den einfachen heute oft noch angewendeten rautenförmigen Antikglasscheiben.  Die Grundrisse dieser Bauten sind ganz funktional auf die Anforderungen der Bauherrenschaft ausgerichtet, keine Kopien von Bauwerken der Vergangenheit, immer eine durchdachte Weiterentwicklung. Die St.-Georg-Kirche hat mit ihrem Rundraum und den den Altar umschließenden Bankreihen ein moderneres Konzept, als das frontale Gegenüber von Altar und Bankreihen traditioneller Kirchen. Der Architekt bezieht das Ornament und die bildende Kunst ganz selbstverständlich in das Bauwerk ein. Da ist nichts Aufgesetztes und Formales. Das Bildwerk hat einen Sinn und gerade bei Kirchen bildet eine durchdachte Ikonografie die Grundlage.


Die Instandsetzung der Kirche hat begonnen. Der Regen läuft nicht mehr durch das Dach. Viele weitere Maßnahmen sind nötig. Eine Reparatur der Fenster des Kirchsaales ist erforderlich. Man muss schon genau hinsehen, um deren feine Glasstruktur schätzen zu können.


Die St.-Georg-Kirche bietet Platz für 600 bis 650 Besucher. Sie ist damit die größte Kirche der Evangelischen Kirchengemeinde Frankfurt (Oder) und wird deshalb auch für kirchliche Konzerte genutzt. Der Raum bietet eine gute Akustik. Inzwischen fand eine ganze Reihe bedeutender Konzertdarbietungen statt.

 

Der Besucherkreis geht weit über die Gemeinde hinaus. Damit wirbt dieses Baudenkmal für unsere Kirchengemeinde. 

 

Zu unseren Gottesdiensten möchten wir Sie herzlich einladen. Über die genauen Gottesdienstzeiten informieren Sie sich bitte hier auf dieser Internetseite oder über unseren Gemeindebrief.

Auch außerhalb der Gottesdienstzeiten können Sie die Kirche besichtigen. Dazu wenden Sie sich bitte an unser Gemeindebüro.


 
Das Gemeindehaus St. Georg

Bild: Gemeindehaus St. GeorgDas Gemeindehaus St Georg befindet sich in Frankfurt (Oder) am Karl-Ritter-Platz 4.

Nach der Denkmaltopographie wurde das Haus 1908 / 1909 errichtet. Architekt war der Baurat Otto March (Berlin). Grundsätzliche bauliche Veränderungen wurden bislang nicht vorgenommen.  Das Haus steht unter Denkmalschutz. Veränderte Farbfassungen im Innenbereich führten nicht zu einer Beeinträchtigung des Denkmals.

Im Jahre 2009 feiern wir das 100 jährige Jubiläum!

Im Erdgeschoss nutzen wir drei Gemeinderäume, Toiletten und bieten eine kleine Einliegerwohnung an. Eine sehr große  Pfarrwohnung sowie das Gemeindebüro befinden sich im ersten Obergeschoss. Zum zweiten Obergeschoss  gehört der große Kirchsaal und dazugehörigen Nebenräume wie Toiletten und Küche. Dieser Saal wird vielfältig von der gesamten Kirchengemeinde genutzt. Vor einigen Jahren richteten wir im dritten Obergeschoss Räume für Jugendliche ein. Diese nutzen die Junge Gemeinde, unter anderem auch als Probenraum für eine Band.

Das Haus bildet einen Mittelpunkt des Gemeindebezirkes St. Georg und darüber hinaus auch für die gesamte Kirchengemeinde Frankfurt (Oder).

Es ist für alle Frankfurter gut zu erreichen.


 
Die Heilandskapelle

Die Heilandskapelle liegt in der Heimkehrsiedlung (auch Siedlung am Klingetal).  Die Gemeinde wird heute von den Pastoren des Gemeindebezirks St. - Georg betreut. 

Bild: Heilandskapelle Frankfurt (Oder)Geschichte und Baugeschichte

„Mit Kriegsbeginn war auf dem Gelände des ehemaligen Grube „Vaterland“ (nordwestlich der Stadt am Klingetal – hier wurde bis 1907 Braunkohle im Untertagebau gefördert) ein Kriegsgefangenenlager angelegt worden.

Unter der Leitung des Frankfurter Sägewerksbesitzers Skomoda wurde 1915 innerhalb des Lagers von hauptsächlich russischen Gefangenen eine Kapelle errichtet. Das Holz wurde vom Schwedischen Roten Kreuz zur Verfügung gestellt. Ob Initiative und Planung bei der Lagerleitung lag, ist umstritten. Eher gegen eine spontan improvisierende Errichtung spricht die an damalige Scheunen erinnernde Grundkonstruktion.

Anfangs fanden in der Kapelle Gottesdienste der evangelischen und katholischen Wachmannschaft statt. Die Kirche war auch offen für die Kriegsgefangenen. So wurden auch bald Gottesdienste russischer Evangeliums-Christen (Baptisten) durchgeführt. Es fanden auch russisch-orthodoxe und jüdische Gottesdienste statt.

Nach Auflösung des Kriegsgefangenenlagers ging die sogenannte »Russenkirche« in das Eigentum der Stadt über. 1919 bis1921 blieb sie ungenutzt. Seit 1921 diente der Lagerkomplex als Notunterkunft für »Heimkehrer«, d. h. für Menschen, die bei den Volksabstimmungen in Oberschlesien, Posen und Westpreußen für einen Verbleib bei Deutschland optiert hatten und nun dorthin auswandern mussten, ferner für Wolgadeutsche, die aus der Sowjetunion flüchteten.

Als 1923 erste Siedler mit dem Hausbau begannen, räumte ihnen die Stadt den Gebrauch der erheblich schadhaften Kirche ein.

Am 9. August 1925 gründete sich ein »Verein zur Förderung des kirchlichen Lebens im Heimkehrerlager«, der erst am 14. Dezember 1926 den Status eines eingetragenen Vereins erhielt. Dieser Verein setzte sich für die Erhaltung des Gotteshauses ein. Nachdem der städtischerseits vorgesehene Abriss durch Intervention des Superintendenten von Hase verhindert worden war, erfolgte unter der Leitung des Berliner Architekten Dr. Kurt Steinberg, der in dieser Zeit gerade die Errichtung der Georgenkirche in der Bergstraße leitete, 1927 bis 1928 eine umfassende Instandsetzung der Kapelle.

Das am 2.9.1928 wiedereingeweihte Kirchlein überwies die Stadt der Kreissynode. Die geistliche Betreuung übernahm damals der Pfarrer von St. Georgen Heinrich Andriesen.

Das untere Turmgeschoss, das ursprünglich eine Bühne darstellte, wurde später zur Winterkirche ausgebaut. Im oberen Turmgeschoss wurde bis in die 1960er Jahre Konfirmandenunterricht durchgeführt. Er diente auch als Versammlungsraum. Jetzt befindet sich darin eine Dauerausstellung zur Geschichte der Heimkehrsiedlung und der Heilandskapelle. Mitte der 1970er Jahre und 1993 bis 1994 fanden Sanierungsarbeiten statt. 2005 wurde der Glockenturm vollständig saniert. Ende 2008 wurde ein neuer Glockenstuhl eingebaut.


Am 3. April 2001 gründete sich der Förderverein Heilandskapelle Frankfurt (Oder) e.V. Das Anliegen des Vereins ist der Erhalt und die Sanierung der Heilandskapelle. Er unterstützt die evangelische Kirchengemeinde beim Erhalt und bei der Sanierung der Kapelle. Das Haus ist neben Gottesdiensten auch für kulturelle Veranstaltungen offen. So finden im Rahmen der Reihe „Sommer in der Heilandskapelle“ Konzerte, Theater- und Ballettaufführungen, Buchlesungen, Vorträge u.v.a.m. statt. Die Kapelle ist Mittelpunkt der Siedlung und dient den Bewohnern als Kommunikationszentrum

Die Gemeinde in der Heimkehrsiedlung, die schon immer ein Teil der Georgengemeinde war, wird heute wie damals von deren Pastoren mit betreut.
 

L. S.