Alle(s) unterwegs

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Alle(s) unterwegs

# Monatsgruß

Alle(s) unterwegs

In der Sommerzeit sind (fast) alle unterwegs. Dabei könnten wir uns auf die Bibel berufen. Schließlich beginnt die Geschichte des Volkes Israel mit der Aufforderung Gottes an den Stammvater Abram: „Geh aus deinem Vaterland in ein Land, das ich dir zeigen will.“ (1. Mose 12,1)

Das ist mehr als eine Ferienreise zur Erholung. Abraham soll fast alle Beziehungen hinter sich lassen und einen Neuanfang wagen. Am Ende bekommt er sogar einen neuen Namen: Abraham, Vater vieler Völker.  Ganz allein ist er aber doch nicht unterwegs. „So nahm Abram Sarai, seine Frau, und Lot, seines Bruders Sohn, mit aller ihrer Habe, die sie gewonnen hatten.“ (1. Mose 12,5) Das ist Stoff für die Comedians – ob Sarai sich da durchgesetzt hat?

Jesus ist mit seinen Jüngern strenger: „Ihr sollt weder Gold noch Silber noch Kupfer in Euren Gürteln haben, auch keine Reisetasche, auch nicht zwei Hemden, keine Schuhe und kein Stecken“ (Matthäus 10,11).  Sie sollen sich den Menschen und den Situationen aussetzen, in die sie geraten, daran wachsen – und darin Gott begegnen, in der überraschenden Freundlichkeit von fremden Menschen, oder in der glücklichen Rettung aus einer Gefahr.

Schließlich natürlich Goethe: „Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen.“ Dabei geht es nicht in erster Linie um Wissen: „Wer hat diese Kirche wann gebaut? Wie hoch ist der Berg?“ Sondern um Wachstum der Persönlichkeit: „Jetzt kann ich die Welt anders sehen – und ich bin gleichzeitig klüger, bescheidener und dankbarer.“

Die Oma einer Freundin sagte allerdings schon vor langer Zeit: „Was soll ich verreisen? Dass kommt doch alles im Fern-sehen (!)!“ In Rom kann man nicht treten, und vor dem Mount Everest (oder Chomolungma) stehen die Bergsteiger:innen Schlange. Vielleicht liegt das schönste Reiseziel ganz in der Nähe – oder auf dem Sofa zuhause in einem Buch mit fernen Gedankenwelten.

Entscheidend ist, dass wir wenigstens ein bisschen von dem erleben, was Gott Abram und Sarai verspricht: „Ich will Dich segnen, und du sollst ein Segen sein.“ Lasst uns die Freude und die Kraft, die uns beim Reisen zuwächst, bewusst wahrnehmen, gut hüten und dann mit anderen teilen.

Uns allen eine gute Sommer- und Reisezeit. Und Freude an den Beiträgen zum Unterwegs-Sein in diesem Gemeindebrief! Und ein fröhliches Wiedersehen!

Ihr und Euer Frank Schürer-Behrmann

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