27.07.2026 0 Kommentare
Konficamp unseres Kirchenkreises in Naumburg an der Saale
Konficamp unseres Kirchenkreises in Naumburg an der Saale
# Jugendliche

Konficamp unseres Kirchenkreises in Naumburg an der Saale
Gleich zu Beginn der Sommerferien sind die Jugendlichen unserer Kirchengemeinde unterwegs! Die Sängerinnen und Sänger der Kinder- und Jugendkantorei brechen schon am ersten Ferientag zur zehntägigen Chorreise auf. Wenig später beginnt für die anderen das ebenfalls zehntägige Konfirmand*innencamp unseres Kirchenkreises in Naumburg an der Saale.

Nach Naumburg reisen 250 Jugendliche aus dem gesamten Kirchenkreis. Darunter sind etwa 90 Konfirmand*innen, 30 Kinder der 5. und 6. Klassen im sog. Teenscamp, 40 Jugendliche der 9. Klassen sowie 90 eigens dafür ausgebildete Teamende im Alter von ca. 16-21 Jahren. Die Betreuung übernehmen hauptamtlich angestellte Gemeindepädagog*innen und Pfarrpersonen. Aus der Region Frankfurt (Oder) sind in diesem Jahr 30 Jugendliche mitgefahren.
Untergebracht waren sie im Sport- und Jugendhotel Euroville am Stadtrand von Naumburg. Das Konficamp 2026 fand vom 13.-23.07. statt.

Zehn Tage sind lang genug, um die große Gruppe kennenzulernen, Freundschaften zu schließen, neue Hobbys und Interessen zu entdecken, viel zu singen, zu feiern und das eine oder andere zu lernen. Jeder Tag hat ein eigenes Highlight, sei es das große Geländespiel am Montag, der Talkabend am Samstag, das selbst organisierte Straßenfest, der berührende Gebetsabend oder der United-Jugendgottesdienst am Sonntagabend.

In diesem Jahr feierte das Camp schon sein 20. Bestehen. Zum Gottesdienst waren daher ehemalige Mitarbeitende und Teamende eingeladen. Wir haben alte Campvideos angeschaut und gemeinsam die schönen Erinnerungen gewürdigt.

"Asante - auch schon für morgen" oder zu Deutsch "Dankbarkeit" war dabei die große Überschrift. Inhaltlich haben wir uns damit befasst, wie es sich anfühlt von Gott "wunderbar gemacht" zu sein. Dazu gehörten intensive Bibelarbeiten zu Psalm 139, 1Korinther 12 (ein Leib, viele Glieder) und dem Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg. Wir haben uns gefragt, was uns im Leben wirklich wichtig ist und die Aussagen miteinander diskutiert.

Wir sind so unterschiedlich und trotzdem alle ein wertvoller Teil unserer Gemeinschaft. So wie ein Körper viele Glieder hat, hat unsere Gemeinde verschiedene Menschen, die je andere Aufgaben wahrnehmen. Wir haben versucht, das bildlich darzustellen und in Kleingruppen Körperteile gezeichnet, die später zusammengefügt wurden. Die Herausforderung dabei war, dass die sechs Kleingruppen nur durch Mittelsleute miteinander kommunizieren konnten. Entsprechend chaotisch war das Ergebnis - genau wie wir es sind: ein verrücktes Geschenk des Himmels.

Die uns gegebenen Gaben wurden beim Talenteabend wunderbar sichtbar, bei dem Jugendliche gesungen, musiziert, getanzt und geturnt haben. Besonders begeistert hat uns die Rede eines unserer Frankfurter Jugendlichen über Queerfeindlichkeit und die Diskrimierung von Minderheiten. Sie hat uns Mut gemacht, uns gegenseitig so liebevoll anzusehen, wie Gott es tut.

Der Ausflug nach Naumburg begann mit einem Flashmob auf dem Marktplatz. Dafür haben alle einen Tanz einstudiert und im riesigen Kreis aufgeführt. Er sorgte in der kleinen Altstadt für Freude und Lebendigkeit. Die positiven Rückmeldungen der Naumburger*innen dazu waren überwältigend. In den Geschäften und Cafés schwärmten sie den ganzen Nachmittag noch davon, wenn sie Leute aus dem Camp angetroffen haben. Auch die Polizei stand erleichtert daneben, als schnell klar wurde, dass hier keine Demonstration stattfindet, sondern nur ein bisschen Schwung in den hochsommerlich trägen Tag gebracht wird.

Die Jugendlichen aus Frankfurt haben den Dom besichtigt. Er gehört zum UNESCO-Welterbe und beeindruckt durch seine Größe und die gut erhaltene alte Gebäudestruktur. Er ermöglicht eine Reise ins Mittelalter.

Der Dom hat einen Ost- und einen Westchor, weil er früher sowohl für Bischöfe als auch für das Domkapitel gebaut wurde. Zwei reich verzierte steinerne Wände (Lettner) trennen die Chöre vom restlichen Kirchenraum ab.

Am Westlettner wird Jesus symbolisch als Tür dargestellt. Genauer gesagt bildet der Türstock des Portals im Westlettner zugleich den Kreuzstamm. Das ist ziemlich einmalig. Der Mann, der uns durch den Dom geführt hat, konnte den Jugendlichen vermitteln, wie eindrucksvoll dieses Symbol ist. Jesus hat gesagt: „Ich bin die Tür; wer durch mich eingeht, wird gerettet werden.“

Der Naumburger Dom ist berühmt für seine zwölf lebensgroßen Stifterfiguren, die Figur der Markgräfin Uta und die Werke des Naumburger Meisters. Uta gilt als die „schönste Frau des Mittelalters“ und fasziniert durch ihren stolzen und geheimnisvollen Blick. Wir haben gelernt, diese Figur diente als direkte optische Vorlage und Inspiration für die böse Königin und Stiefmutter in Walt Disneys Zeichentrickklassiker Schneewittchen und die sieben Zwerge von 1937. Walt Disneys Zeichner übernahmen offenbar die markanten Gesichtszüge, den Blick, die strenge Kopfhaltung und die hohe Stirn. Unsere Jugendlichen sind dabei ins Nachdenken gekommen über die Rolle von Vorbildern und wie sie uns Menschen mitunter über Jahrhunderte geprägt haben.

Zum Abschluss sind wir auf einen der vier markanten Türme gestiegen und haben in der Ferne schon das Gewitter gesehen, das auf die Stadt zukam. Wir haben gelernt, dass in früheren Zeiten ein Türmer die Gewitterglocke läuten musste, um die Bewohner*innen der Stadt zu warnen und Gott milde zu stimmen. Das war ein überaus gefährliches Unterfangen, als es auf den Dächern noch keine Blitzableiter gab. Wir sind jedenfalls schnell wieder nach unten gestiegen, bevor das Unwetter einsetzte.

Wir sind dankbar für die im Konficamp bereits seit vielen Jahren zelebrierte Freundschaft mit der Mamlaka Hill Chapel in Nairobi, Kenia. In jedem Jahr reist eine Gruppe von dort an und verbringt Zeit mit uns im Camp. Sie bereichern unsere Gemeinschaft nicht nur mit viel Musik und Tanz, sondern auch mit interessanten Begegnungen und ihren Sichtweisen auf Gott und die Welt. Dazu haben nicht nur unter den Jugendlichen, sondern auch unter den Hauptamtlichen Austausche stattgefunden.

Das Konficamp ist eine gute Mischung aus Großgruppe und kleineren Formaten in den jeweiligen Häusern des Geländes. Auf diese Weise ist für jeden etwas dabei und die zehn Sommerferientage vergehen wie im Flug. Wer als Youngster oder Konfi im Camp anfängt, beginnt damit nicht selten eine "Karriere", die über die Jugendgruppe (9. Klasse) und schließlich die Teamenden-Gruppe verläuft. Immer abends um 22.30 Uhr treffen sich alle 90 Teamer*innen mit den Hauptamtlichen in der Turnhalle zur Auswertung des Tages und Vorbereitung dessen, was noch kommt.

Schließlich ist es auch kein Wunder, dass aus manchen Teamenden später Sozialarbeitende, Gemeindepädagog*innen oder Theolog*innen werden. Aber unabhängig davon, welchen Beruf sie einmal ergreifen, leisten sie jetzt schon einen wertvollen Beitrag für das Gelingen des Camps und die Lebensgeschichten der Jüngeren. Sie sammeln darüber hinaus mit ihren hier erworbenen Fähigkeiten auch kostbare Dinge für ihre eigene berufliche Zukunft.

Auf jeden Fall ist es nicht schlecht, wenn sich der Nachwuchs für die Arbeit im sozialen Bereich interessiert, denn wir Hauptamtlichen sind auch nicht mehr die Jüngsten. ;-) (Hier im Bild: Unser Jugendmitarbeiter Felix Krämer als Hundertjähriger mit einem sehr praktischen Rollator.)

Das Konficamp lebt davon, dass jeden Vormittag ein gemeinsamer Morgenstart und jeden Abend ein gemeinsames Event in der Turnhalle stattfindet, an dem alle teilnehmen. Dann spielt die Band Worshipsongs zum Mitsingen und Mittanzen, es gibt lustige Energizer und Showeinlagen sowie morgens die Campnews des Medienteams mit den aktuellen Infos für den Tag, aber vor allem ganz viel Witz und Charme. Natürlich haben auch nachdenkliche Dinge ihren Platz: an jedem Morgen gibt es einen biblischen Impuls von je einem oder einer Hauptamtlichen und dazu Gebet und Segen für den Tag und die Nacht.
Das Konficamp endet für die Teilnehmenden mit einer großen, bunten Disko am letzten Abend und für die Teamenden und Hauptamtlichen am Lagerfeuer danach. Es war eine großartige Zeit. Wer beim nächsten Mal gerne dabei sein will, kann sich ab Januar 2027 anmelden!

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