12.07.2026 0 Kommentare
„Niemand lasse den Glauben daran fahren, dass Gott an ihm eine große Tat tun will.“ Bildungsfahrt der 5. Klassen der Evangelischen Grundschule nach Lutherstadt Wittenberg
„Niemand lasse den Glauben daran fahren, dass Gott an ihm eine große Tat tun will.“ Bildungsfahrt der 5. Klassen der Evangelischen Grundschule nach Lutherstadt Wittenberg
# Kinder

„Niemand lasse den Glauben daran fahren, dass Gott an ihm eine große Tat tun will.“ Bildungsfahrt der 5. Klassen der Evangelischen Grundschule nach Lutherstadt Wittenberg
Niemand lasse den Glauben daran fahren ... so liest in großen Lettern, wer den Torbogen zum Lutherhaus in Wittenberg passiert. Unsere Fünftklässler*innen haben in jedem Schuljahr das Vergnügen. Martin Luther schrieb diesen Satz auf, als er den Lobgesang Marias auslegte: Kein Mensch dieser Welt wird von Gott auf seine Fehler oder seine ihm vielleicht bedeutungslos erscheinende Herkunft festgelegt. Kein Mensch muss sich fürchten vor der Abwertung seiner Lebensleistung. Keiner soll sich für immer definieren lassen von der Bewertung anderer Menschen. Im Gegenteil: Alle werden von Gott liebevoll angesehen und schon jetzt dürfen wir täglich darauf vertrauen, dass Gott Großes mit uns vorhat und unser eigenes Potential voll ausschöpfen.
Es berührt mich jedes Jahr aufs Neue, wenn die Schüler*innen unter dieser Schrift stehen und vielleicht selbst davon unbeeindruckt vorbeigehen, aber dennoch ganz klar ist, dass evangelische Schulbildung genau dies bedeutet: Gott hat Großes mit Dir vor! Wenn wir in Wittenberg Andachten feiern, ist diese Botschaft zentral. Wir hören von Luthers reformatorischer Entdeckung in der Bibel. Wie ein Forscher hat er darin gegraben und etwas aufgestöbert, was von Wittenberg aus ganz Europa veränderte, eine Epochenwende einläutete und schließlich auch das Bildungswesen revolutionierte.
Aber unsere Schüler*innen feiern nicht nur Gottesdienste. Sie besuchen die Stätten der Reformation in Wittenberg, lassen sich durchs Asisi-Panorama führen und beeindrucken in den Museen die Mitarbeitenden mit ihrer Neugier und ihrem Wissen. Vorab haben sie sich bereits im Religionsunterricht mit dem Thema vertraut gemacht und bereisen Wittenberg daher nicht ahnungslos. Sie stellen kluge Fragen und verhandeln miteinander die Antworten. Es ist eine Freude, das zu erleben.
Zum Wachsen und Entwickeln gehören Freiräume. Auch davon gibt es in Wittenberg genug: Pausenzeiten, um im Shoppingcenter unterwegs zu sein, sich eine Kugel Eis zu kaufen oder die Spielplätze gemeinsam zu erkunden. Natürlich gehören auch die beiden Abende dazu, wo in den Zimmern Karten- und Brettspiele gespielt werden und die Kinder die Möglichkeit haben, sich handyfrei zu begegnen, bei Heimweh gegenseitig zu trösten und bis zum Einschlafen zu plaudern. In diesem Jahr haben die beiden Lehrkräfte Frau Fichtner und Herr Hiekel wieder ganze Arbeit geleistet; ein tolles Programm gestrickt, die Kinder motiviert und liebevoll begleitet, mit ihnen gespielt und gelernt. Diese Bildungsfahrt ist mehr als eine Klassenreise, sondern ein wichtiges Stück Kindheit und es ist mir eine Ehre, jedes Jahr dabei zu sein.

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