Unsere Pfarrerinnen gratulieren dem neuen Oberbürgermeister

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# Erwachsene

Unsere Pfarrerinnen gratulieren dem neuen Oberbürgermeister

Dr. Axel Strasser heißt das neue Gesicht im Rathaus Frankfurt (Oder). Bei der Stichwahl am 12. Oktober 2025 wurde er mit 69,8 Prozent der Stimmen gewählt und ist seitdem unser Stadtoberhaupt. Knapp einen Monat nach der Wahl trafen wir im Rathaus einen sympathisch dynamischen Oberbürgermeister. Was er so vorhat und wo er dabei die Evangelische Kirchengemeinde verortet, lesen Sie in unserem Interview.

 

Lieber Herr Dr. Strasser, herzlichen Glückwunsch zum neuen Amt und viel Segen für Ihren Dienst. Apropos Segen: Hatten Sie überhaupt schon Berührungspunkte mit der Evangelischen Kirche? Welche Erwartungen haben Sie an uns als Gemeinde?

Meine Großmutter war evangelisch, aber sie ist schon verstorben. Ich muss gestehen, dass Religion in meiner Familie sonst keine Rolle gespielt hat. Wenn ich mir Frankfurt (Oder) ansehe, denke ich, dass die Kirchengemeinden eine wichtige Bedeutung für unsere Stadt haben. Sie bilden eine größere Breite der Stadtgesellschaft ab, als das vielleicht Parteien oder Vereine können. Ich wünsche mir, dass die Kirchen weiterhin Brücken zwischen den Menschen bauen und unter ihrem Dach auch ganz unterschiedliche Positionen integrieren. Dabei denke ich zum Beispiel an die verschiedenen friedensethischen Positionen oder an die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Sie übernehmen auf diese Weise Aufgaben, die viele von der Stadt erwarten, die aber von uns gar nicht so geleistet werden können.

 

Wie fühlt sich für Sie der Neuanfang im Rathaus an?

 Es ist vor allem ein großer Spagat. Ich bin als OB für alle angetreten, werde jetzt aber konfrontiert mit bestehenden Verwaltungsstrukturen und laufenden Projekten, die es einem schwer machen, das auf die Schnelle umzusetzen, was Bürgerinnen und Bürger im Wahlkampf an mich herangetragen haben. Ich stelle fest, dass viele Vorgänge einzuhalten sind, wie Abstimmungen mit dem Denkmalschutz oder die Beachtung von Fördermittelrichtlinien. Das ist tatsächlich eine wahnsinnige Herausforderung. Alle schauen jetzt, wohin das Geld aus dem Sondervermögen gehen wird. Es gibt viele Begehrlichkeiten und für alles reicht es hinten und vorne nicht. Trotzdem ist es natürlich eine große Chance.


Neuanfänge lassen Optimismus wachsen. Haben Sie damit bisher im Leben gute Erfahrungen gemacht?

Die Brüche in meinem Lebenslauf haben mich stark geprägt. Ich habe nach Abitur und Wehrdienst eine Ausbildung zum Speditionskaufmann gemacht und dann aber bald gedacht: Das kann es jetzt noch nicht gewesen sein, da muss es noch mehr geben. Deshalb fing ich an zu studieren. Das war eine gute Entscheidung. Hier gibt es Parallelen zu meiner derzeitigen Situation: dieses Streben nach Gestalten und danach, das Leben in die Hand nehmen. Als René Wilke ins Innenministerium wechselte, spürte ich, dass da jetzt eine Lücke entsteht, die ich gerne füllen möchte.


Welche Veränderungen wünschen Sie sich für Frankfurt (Oder)?

Ich wünsche mir, dass die Stadt wirtschaftlich gestärkt wird. Ich wünsche mir mehr unternehmerisches Denken in der Stadtgesellschaft und –verwaltung. Dazu müssen Entscheidungsspielräume genutzt werden. Nur durch wirtschaftliche Stärkung können wir kulturelle und Begegnungsräume ermöglichen. Ich habe selbst keine Kinder, aber die Kinder und Jugendlichen der Stadt liegen mir sehr am Herzen. Für die mittlere und ältere Generation gibt es viele Angebote, aber für Kinder und Jugendliche fehlt es an Räumen und Treffpunkten. Da sehe ich auch einen Auftrag für die Kirche. Bei der Veranstaltung zum Pogromgedenken haben wir alle sehen können, wie toll es ist, dass die Evangelische Kirchengemeinde Räume für Kinder und Jugendliche schafft, in denen sie sich treffen, ausprobieren und über die Fragen sprechen können, die sie beschäftigen.

 

Danke, dass Sie sich Zeit für uns genommen haben und für den wertschätzenden Blick auf unsere Kirche. Wir freuen uns auf viele Begegnungen und eine gute Zusammenarbeit!

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